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Madeira 2007


     Seit mehreren Jahren treffen wir uns einmal jährlich für ein verlängertes Wochenende, um gemeinsam Motorrad zu fahren. Elsaß, Harz, Oberfranken, Hessen, Odenwald - meistens ist auch Regen mit dabei. Diesmal soll es mit Sonnengarantie und Kurvenfieber sein und so fällt die Wahl auf eine Leserreise mit 

 
  
 
Susanne und Michael, die zur Gruppe dazu kommen, passen wie der Deckel zum Topf und so haben wir eine Woche Spaß, phantastisches Wetter und Kurven, Kurven, Kurven!

Unser Tour-Guide
Rudi




 
              
     

zeigt uns alle interessanten Stellen von Madeira, achtet darauf, dass wir die Pausen nicht zu sehr ausdehnen ("Aufsitzen!") und steht für alle Fragen zur Verfügung. Vor uns liegen 6 Tage mit Sonne, Blumen, Meeresrauschen, Motorrad-Sound, Steigungen, Abfahrten und eben - Kurven. (Ach ja, nicht zu vergesessen:

"Gruppenfoto!").

Noch am Tag der Anreise bekommen wir von Antje und Ekkehard Kutz
             
unsere Motorräder: 7 x BMW F650GS und 1 x BMW 1200GS und fahren eine kleine Einführungsrunde durch Canico da Baixa mit einem ersten Stopp und Besichtigung des Christo Rei:
 Am Abend dann ein Vorgeschmack darauf, was allen nach dem Urlaub ein "Waage-Problem" bereiten wird: ganz ganz leckere Madeira-Spezialitäten Espada (Degenfisch)
           
Espetada (lecker Fleisch am Spieß) und und ...


Andrea und Jacito Santos von der Villa Ventura    verwöhnen uns mit Küche und Crew! 
 
               
Hier sind tolle Mützen erhältlich!


Am Freitag Morgen geht es dann los ("Aufsitzen!"), nachdem die Reihenfolge festgelegt ist. Über Funchal geht es zum Curral das Freiras bzw. zum Eira do Serrado (1.053m), einem Aussichtspunkt oberhalb des Tals. Curral das Freiras heißt "Nonnenpferch" - dieser Name beruht darauf, dass hier die Nonnen aus Funchal Zuflucht vor den Piraten fanden.

 

 Dann fahren wir nach Funchal, um dort Maronen essend die Marina anzuschauen, einen Moment zu entspannen und durch die weihnachtlich dekorierten Straßen nach Rancho swingen. Ranchomit einer Aussichts-
plattform (300m Steilküste), einem Restaurant, in dem wir eine kurze Mittagspause einlegten und einer Seilbahn, die seit 2003 in Betrieb ist. Sie wurde ursprünglich als Transportmittel für die Bauern errichtet, damt diese ihre Ernten leichter nach oben bringen können. Niemand hat den Mut, mit der atemberaubenden Seilbahn zum Küstenstreifen zu gondeln, also steuern wir den
 Cabo Girao an, 580m über dem Meer mit einer Schwindel erregenden Aussicht an.
Die Steilküste zählt zu den höchsten Klippen der Welt.
  
 
     Der Samstag bringt uns mehrere Höhepunkte: wir fahren uns kurvenschwin-
delig über Camacha, Ribero Jahro Gonsalves, über Paso de Poisa (1.400m) zum höchsten befahrbaren Berg Madeiras - zum Pico de Arrierro (1.818m)
       
  

                 Gruppenfoto!
 mit Blick auf den höchsten Berg Pico Ruivo (1.861m) und erwandern uns dort die Aussichtspunkte in verschiedenen Richtungen, von Zeit zu Zeit Gruppenfoto!, bis Aufsitzen! erklingt und wir den Berg und die bolivianischen Klänge hinter uns lassen. Während der Abfahrt bewegt mich die Frage, wo auf dieser Welt diese Vertreter südamerikanischer Musik nicht anzutreffen sind - irgendwie sind die wie die Geschichte vom Hasen und Igel ...

Der zweite Höhepunkt des Tages ist
                               pünktliches Mittagessen:

Rudi spendiert in Portela eine Runde Bananen! Portela ist eine der spektakulärsten Miradouros (670m) der Insel mit Souvenirständen und Panoramablick auf einen weiten Teil der Nordküste und Blick auf den Penha de Aguia (Adlerfelsen). Nach dieser frugalen Völlerei führt uns eine Nebenstrecke nach Santana und dann treibt uns Kurve um Kurve auf 1.510m Höhe: Achada do Teixeira. Zurück nach Santana, Sao Jorge ... mit einem Abstecher zur Küste - aber was für ein Abstecher! Bis vor 4 Jahren gab es dort nur einen Lastenaufzug an dem 500m fast senkrecht abfallenden Felsen, bis die EU vor 4 Jahren feststellte, dass dort dringend eine Straße gebaut werden müsste: extrem steil, sehr schmal und sehr enge Kurven nach Curral da Rocha nach Sao Vicente Rosario durch viele viele Tunnel. Bei Ribeira Brava geht es auf die Via Rapida, auf der uns dann Kamikaze-Fahrer zeigen, wie mensch richtig Motorrad fährt und abends wird in der Villa Ventura quer durch Madeiras Spezialitäten gesündigt!
         
         
                 Aufsitzen!








            Nach der Abfahrt!:

 

 
oben: an der Bar     
                              unten: Fütterung
 

 Die gestrige Tour haben wir in Sao Vicente 'beendet', heute setzen wir sie dort fort. Die Anfahrt dorthin ist wie jede Strecke auf Madeira eine Tour für sich - nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel " Es geht über den Boca da Encumeada, 1.007m hoch. Eine wunderschöne Auf- und abfahrt und auf Ralfs Wunsch fahren wir den Pass noch einmal, die Frauen der Gruppe nutzen die Zwischenzeit, um die Bewohner von Rosario zu verwirren (so viele Frauen in Motorradkleidung in der Dorf-Bar hat es dort noch nicht gegeben.) Nach dem 2. Ritt über den Pass grinsen wir Männer alle im Kreis!
Von Sao Vicente geht es dann in Richtung Westen, Porto Moniz wird anvisiert. Im ersten Teil geht es an der grandiosen Nordküste auf der sehr schmalen, nur einspurigen Küstenstraße, die am Fuß der hohen Felsenwände immer direkt am Wasser entlang führt bis Seixal. Einige Stellen bieten hier die ideale Möglichkeit, mittels hochschlagender Wellen die Motorräder waschen zu lassen!

 
       Abzweigung zum Encumeada








 
              Ein Pausengast
 In Porto Moniz

packen wir die Badesachen aus und gehen ins Piscinas Naturais. Früher wurden diese natürlichen Lavabecken zum Fischfang genutzt, wenn das Meer die Ausfahrt der Boote verhinderte. Durch das Bad sehr erschöpft, fahren wir nach Chao da Ribeira in das urige Ausflugslokal Casa de Pasta/Justiniano und stärken uns mit Espetadas, Fleisch auf Lorbeerspießen. Die Spieße werden an einer Kette über dem Tisch eingehängt. Das Lokal ist auch bei Einheimischen sehr beliebt.
Noch eine kleine Runde auf dem Motorrad mit einem kleinen Madeiraner, dann schauen wir uns nördlich von Achadas da Cruz eine halsbrecherische Seilbahn an,  

um anschließend den westlichsten Punkt Madeiras, Ponto do Pargo, anzusteuern. Immer an der Küste entlang, durch teilweise alte, dunkle und feuchte Tunnel passieren wir Paul do Mar, Calheta und Ponto do Sol, wechseln auf die Via Rapida um in der Villa erschöpft, mit schmerzenden Popos und kurvenberauscht uns der Völlerei hinzugeben.




 

 


    
 Heute, Montag, nehmen einige eine Motorrad-Auszeit und fahren mit dem Bus nach Funchal (Handtaschen, Schuhe und Weihnachtsdeko locken ...). Der Markt auch. Uwe schreibt Reisetagebuch, Rudi, Ralf und Wolfgang schwingen sich wieder in die Sättel.


 
      Betriebsausflug nach Funchal





Am Dienstag legen Hagen, Michael, Ralf, Uwe und Wolfgang ihre Bergprüfung in Santa Cruz ab - bei mindestens 90 Grad Steigung (mindestens!). Ein kurzer Ritt über die VR1 führt uns zum östlichsten Punkt der Insel, zum Ponta de Sao Lorenco. Dabei passieren wir die imposante Stelzenkonstruktion der
     
Start- und Landebahn des Flughafens von Madeira. Während wir uns zum Gruppenfoto! (habt Ihr schon vermisst, gell) aufbauen , wieseln Madeira-Eidechsen durch die abgelegten Jacken und Helme. Zwischen beiden Aussichtspunkten liegt Prainha (ja, richtig: Strand mit Sand!), an dem wir uns eine zeitlang austoben. Am Abend unter der Dusche werden wir übrigens erfahren, an wievielen Körperstellen sich Sand ansammeln kann! Rudi können wir (fast) besänftigen, endlich einmal stehen die Maschinen wie Soldaten bei der Bundeswehr:
    
in einer Linie, 80cm Abstand. 1cm weniger ist schwul, 1cm mehr ist Fahnenflucht ... Bei der nächsten gemeinsamen Leserreise will er das noch einmal mit uns kräftig üben! Als wir alle vom Toben in den Wellen kaputt sind: Aufsitzen!, nicht ohne vorher das obligatorische Gruppenfoto!
 
 
      Zurück von der Bergprüfung


       Ponta de Sao Lorenco

 


  Chaotisches Gruppenfoto


Dann treibt uns Rudi via Machico über die madeiranische Rallyestrecke nach Portela, Porto da Cruz und biegt vor Fajal links ab über die ER 103 zum Paso de Puisa. Weiter geht die Kurvenhatz in Richtung Camacho - nicht aber ohne einen Rechtsschwenk zum Pico do Ariero. Hier kommt es zum ersten Biker-Streik, denn diesen Anblick, dieses Licht, diese Wolken unter uns müssen wir einen Moment genießen, vor allem, da keine südamerikanische Panflöte stört. Danach sind wir bereit für die Kurven nach Camacha (Zentrum der Korbflechterei) mit einem Besuch in einer Korbbinderei. Acht Minuten nach Aufsitzen! hat uns Canico müde aber happy wieder.


 
Schneller als erwartet ist er da, der letzte Tag mit 'unseren' Motorrädern. Heute geht es auf die Hochebene. Schnelle Anfahrt über die VR1 bis Ribiera Brava, über Sierra de Agna und Ralfs Pass zur Paul de Sierra. Ralfs Pass? Früher war das einmal die alte Passstraße über den Encumeada, aber die Reiseführer-Verlage haben schon begonnen, in den neuen Auflagen den Pass umzubenennen. Über die karge Hochebene auf 1.200 - 1.400m Höhe, die an eine schottische Hochmoorlandschaft erinnert (von hier kann man ins Tal von Rabacal wandern mit dem 100m hohen Risca-Wasserfall und zum Felsenkessel 25 Fonts schwingen wir noch einmal nach Porto Moniz, queren via Ribeira da Janela noch einmal die Paul de Sierra, erreichen über die ER209 und Canhas per ER222 Ribiera Brava und düsen die VR1 lang, um noch einmal in Painha mit den Wellen und dem Sand in Badeanzügen und -Hosen zu kämpfen. Aufsitzen! und Gruppenfoto! (... oder war es anders herum?) lauten die Kommandos - schließlich wollen Ekkehard und Antje um 17 Uhr ihre Maschinen (heil) zurück haben!

Keine Kratzer, keine verbogenen Hebel, keine Schäden !

Donnerstag. Der erste Tag ohne Motorräder, der letzte Tag der Gruppe auf Madeira. Nacheinander bringen die Bringdienste von MagosBike Lisa & Ralf, Susanne & Michael, Monika & Hagen, Cosima & Wolfgang und Rudi zu den Flugzeugen. Als die Maschine nach Nürnberg zum Start rollt, sitzen Heide und ich in Santa Cruz im Cafe beim Chino und hören das Dröhnen der Turbinen, die für die meisten von uns die Rückkehr ins derzeitige deutsche Schmuddelwetter bedeuten, derweil wir zwei die nächste, die motorradlose Woche planen.

Schön war's !
 

Über den Wolken am Pico de Arieira




Bitte, darf ich
    noch 1 oder 2 Tage länger bleiben?



Rabacal








Air Berlin nach Nürnberg